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GEGEN DEN KRIEG DER HERRSCHENDEN
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Gegen den Krieg der Herrschenden
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Gegen den Krieg der Herrschenden

Für die Verteidigung der Arbeiterklasse in Kriegs- wie in Friedenszeiten
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Die Nachricht über den offiziellen Kriegseintritt Italiens, aufgrund einer von der grossen Mehrheit des Parlaments befürworteten Abstimmung, ist nur ein paar Tage alt. Das italienische Bürgertum stellt sich, in einem von den US-amerikanischen Medien als »lang«, »hart« und »grausam« bezeichneten Krieg, somit auf die Seite der grossen kapitalistischen Mächte.

Vor 50 Jahren, als die die europäischen und asiatischen Städte ausradierenden Bombardements noch nicht verhallt waren, belogen die Lautsprecher der Siegermächte die dezimierten und hungrigen Proletarier mit der Behauptung, dass die Verwüstung und das ungeheure Massaker des eben beendeten Weltkriegs für die Zerschlagung des Faschismus und Nationalsozialismus notwendig gewesen war, und dass ein Zeitalter des ewigen Wohlstands und Friedens beginnen würde. Das Vorherrschen der Demokratien auf der Erde sei der Garant dafür, doch waren sie bürgerliche und imperialistische Regimes, geradeso wie die Besiegten.

Zwei Generationen des westlichen Proletariats sind mit dieser Illusion betrogen worden, von Parteien, die sich als »sozialistisch« oder »kommunistisch« ausgaben. In Wirklichkeit haben die Grossmächte, einschliesslich das fälschlicherweise als sozialistisch bezeichnete Russland, weder das Wettrüsten, weder das militärische Ringen, noch die Unterdrückung der gegen die Überreste des Kolonialismus kämpfenden Befreiungsbewegungen je beendet. Die Gefahr eines Krieges, mit allen seinen Grausamkeiten, hat sich in diesem letzten Jahrhundert nie verringert.

Nach der Beendigung eines langen Abschnitts produktiven Wachstums, der mit dem Wiederaufbau nach den kriegerischen Zerstörungen begonnen hatte, ist in den letzten Jahrzehnten die Akkumulation wiederholt durch Überproduktionskrisen ins Stocken geraten. Heute stehen wir erneut vor einer schrecklichen wirtschaftlichen Krise, die die gesamte kapitalistische Welt bedroht, deren natürlicher Ausweg daher ein weltweiter Krieg sein wird, der für das Kapital immer nutzbringender, immer notwendiger und immer unausweichlicher wird. Aus diesem Grund haben alle Vertreter der Regierungen und ihrer intellektuellen und propagandistischen Apparate jegliche Maskerade fallenlassen und bemühen sich, niederträchtigste rassistische und religiöse Vorurteile zu schüren, um die Arbeiter der verschiedenen Nationen an den Abgrund des Krieges zu drängen.

Gleichzeitig wanken die Mythen des Fortschritts und des stets wachsenden Wohlstands und sie werden für die arbeitenden Klassen entkräftet. Von den Arbeitern werden überall schwerere Opfer verlangt und die Ausbeutung verschärft. Der Krieg, der als Krieg zwischen Zivilisationen, Religionen, Kulturen und Nationen getarnt wird, ist in Wirklichkeit, abgesehen von einem grossen Geschäft für das Weltkapital, ein wahres Terrorinstrument gegen die Arbeiterklasse. Die vom Krieg auferlegte Disziplin wird, hauptsächlich in den westlichen Metropolen, wo die Krise immer stärker die Bedingungen der Arbeitenden trifft, dazu benutzt, jeden sozialen Kampf und dessen Forderungen zu blockieren. Die wirtschaftliche Krise trifft alle Wirtschaftszweige gleichermassen schwer, in einigen ist es bereits zu Massenentlassungen gekommen, in den nächsten Monaten aber wird es die gesamte Arbeiterklasse zu spüren bekommen. Alle wichtigen imperialistischen Nationen, einschliesslich Italiens, haben nämlich die militärischen Ausgaben erhöht und die Kosten auf den Schultern der Arbeiter abgeladen. Unterbezahlt, erpresst, unsicheren Verhältnissen und mörderischen Arbeitsrhythmen unterworfen, so ist die Arbeiterklasse im Westen verbrüdert mit den Arbeitermassen in der Dritten Welt beim Bezahlen des Preises des kapitalistischen Raubzuges.

Das Proletariat kann seine notwendige Selbstverteidigung weder in Kriegs- noch in Friedenszeiten auf moralische Appelle kleinbürgerlicher und pazifistischer Art gründen, wie sie von den an die Regierung verkauften Gewerkschaften, den Kirchen und falschen Arbeiterparteien vertreten werden, die die Zusammenarbeit von Klassen und Staaten innerhalb der bestehenden Gesellschaftsordnung anstreben. Der Versuch, Frieden und kapitalistisches Regime in Einklang zu bringen, ist lediglich eine unheilvolle Illusion.

Widerstand gegen die unmenschliche kapitalistische Ausbeutung und proletarische Opposition gegen den Krieg gehen zusammen. Nur gewaltsam wird sich das Proletariat gegen die Verschärfung der Lohnarbeit verteidigen können, nur gewaltsam wird es, mit der Herrschaft des Kapitals selbst, auch dessen höllischen Zyklus von Krieg und berauschtem Frieden zu Fall bringen können.

Die Arbeiterklasse muss heute völlig ihre gesellschaftliche Kampfstellung wiedereinnehmen - sie muss ihre Verteidigungsorganisation, die Klassengewerkschaft, wiederaufbauen, und ihr emanzipatorisches Programm der Aufhebung der Klassen, Nationen und Staaten in der Kommunistischen Partei wiederfinden. Mit diesen weitreichenden und kampferprobten Instrumenten, wird sie dem bürgerlichen Militarismus ihren Krieg entgegensetzen können, ihre internationale und proletarische Revolution.

Source: »Il Partito Comunista«, Nr. 287, November 2001 [überarbeitete Übersetzung]

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