Das Zeitalter der Kriege und der Revolutionen
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DAS ZEITALTER DER KRIEGE UND DER REVOLUTIONEN
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Das Zeitalter der Kriege und der Revolutionen
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Das Zeitalter der Kriege und der Revolutionen
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Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging 1914 nicht allein die »Belle Époque« der Bourgeoisie, sondern auch eine ganze historische Phase zu Ende. Dieser Krieg sollte angeblich der allerletzte sein. Er war in Wirklichkeit der erste grosse Krieg einer nunmehr in ihr höchstes, in ihr imperialistisches Stadium eingetretenen kapitalistischen Welt. Er kennzeichnete die Eröffnung eines neuen Zeitalters, des Zeitalters der Kriege und der Revolutionen.

Während der kleinbürgerliche Pazifismus im Krieg nur den höchsten Schrecken erblickte, zeigten die Kommunisten, dass dieser brutale Ausbruch der Widersprüche des Kapitalismus gleichzeitig auch das Heranreifen der objektiven Bedingungen der Revolution bedeutete. Das imperialistische Stadium kennzeichnet sich gerade durch die äusserste Zuspitzung der Widersprüche des Kapitalismus und aller durch sie bedingten sozialen Gegensätze, die nur auf dem Wege der Gewalt gelöst werden können - im Krieg zwischen den bürgerlichen Staaten oder im Krieg zwischen den Klassen , in der Revolution.

Dies bedeutet nicht, dass die Krisen, Kriege und Revolutionen etwa ständig auf der Tagesordnung stünden. Einige Schriften aus dem Zeitraum 1914 - 1924 mögen diesen Anschein erwecken, aber es handelt sich hierbei um Propagandaschriften und nicht um wissenschaftliche Untersuchungen. Vom Standpunkt der Agitation war es damals, mitten im Kampf, völlig legitim, von »Zersetzung« der kapitalistischen Gesellschaft, von »Todeskrise« des Kapitalismus und von »entscheidenden« Kämpfen für das überleben der Menschheit zu reden. Man darf diese Formulierungen aber nicht wörtlich nehmen. Selbst in dem Stadium, wo sich seine Widersprüche am heftigsten äussern, entwickelt sich der Kapitalismus in Form und Zyklen und nicht durch eine gleichmässig fortschreitende Bewegung. Jede Periode, in deren Verlauf sich die Widersprüche und die Antagonismen mit der Akkumulation von Kapital anhäufen, führt zu einer gewaltsamen Explosion. Hat das Proletariat nicht die Kraft, diese allgemeine soziale Krise auszunutzen, um einen entscheidenden Sieg zu erringen, so wird die Krise von der Bourgeoisie auf ihre Weise gelöst, nämlich, wie es im Kommunistischen Manifest heisst, »einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte«. Damit aber bereitet die Bourgeoisie den Boden für eine neue Periode der Akkumulation von Kapital und zugleich der Akkumulation von Widersprüchen und Antagonismen, und zwar jetzt auf einer noch höheren Stufenleiter.

Diese Akkumulationsperioden weisen übrigens keineswegs einen »friedlichen« Charakter auf, nur bleibt in ihnen die offene Gewalt lokal beschränkt, es bricht kein allgemeiner Konflikt aus. So hat es seit dem Ende des zweiten imperialistischen Krieges praktisch nicht einen einzigen Tag des Friedens in der Welt gegeben. Aber ein Konflikt, in dem sich die grossen Imperialismen direkt in die Haare geraten wären und der alle anderen Länder mit einbezogen hätte, war materiell nicht möglich, da die Bedingungen hierfür nicht reif waren.

Auch heute sind sie es noch nicht, sie haben aber heranzureifen begonnen. In einer vor zwei Jahren in der Nr. 19 dieser Zeitschrift veröffentlichten Untersuchung der Entwicklung der imperialistischen Gegensätze seit dem 2. Weltkrieg haben wir im einzelnen gezeigt, dass die kapitalistische Welt nunmehr die Nachkriegsphase abgeschlossen hat und in eine neue Phase der Kriegsvorbereitungen eingetreten ist. Wir haben unter anderem die materiellen Ursachen herausgearbeitet, die die zwei Supermächte dazu treiben, insbesondere in dem riesigen Gebiet zwischen dem Nahen Osten und dem Indischen Ozean, zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Oman, dem Horn von Afrika und dem Persischen Golf aufeinander zu stossen, ein Gebiet, das heute für alle imperialistischen Mächte zur »Sicherheitszone« geworden ist, Durch die Weltwirtschaftskrise und die »Erdölkrise« wurden diese materiellen Ursachen nur noch verschärft, und sie lassen die vergebliche Suche nach dem »Schuldigen«, dem »Aggressor«, dem »Expansionisten« mehr denn je sinnlos erscheinen.

In jedem Fallist diese Suche so blödsinnig wie scheinheilig, denn wenn es eine von Hause aus aggressive Produktionsweise gibt, die kein Hindernis und keine Grenze anerkennt, die auf die grenzenlose Expansion und die Internationalisierung ihrer besonderen Produktions- und Austauschverhältnisse zielt, so ist dies gerade der Kapitalismus. Unter den besonderen Bedingungen der Zeit nach dem 2. Weltkrieg und ihrer komplexen und stürmischen Entwicklung hat diese Suche nach dem Schuldigen den Gipfel des Absurden erreicht. Dabei werden die nachdem Krieg verstrichenen Jahrzehnte von den »fortschrittlichen« Parteien und Persönlichkeiten mit Märchenbildern geschildert.

Mit Schrecken rufen sie die Zeiten des »kalten Krieges« ins Gedächtnis, wo sich die zwei grossen kapitalistischen Mächte und ihre monströsen politisch-militärischen Apparate auf beiden Seiten des »Eisernen Vorhangs« feindselig gegenüberstanden und ihre jeweiligen Satelliten eifersüchtig bewachten; wo jeder sich als friedensbegeistert ausgab und den anderen der Kriegslüsternheit bezichtigte; wo jeder sich tatsächlich oder potentiell angegriffen und damit gerechtfertigt oder gar gezwungen fühlte, sich angreifend zu verteidigen, ohne deshalb jedoch formell zum Aggressor zu werden. Mit Nostalgie erinnern sie sich an die Zeit der »Entspannung«, das Zeitalter des ewigen Friedens, das sie gegen die neu erwachten »kriegerischen Instinkte« des Ostens oder - je nach ideologischer Vorliebe - des Westens wiederherstellen möchten, Sie »vergessen« ganz einfach, dass das labile Gleichgewicht der unmittelbaren Nachkriegszeit unvermeidlich in die Brüche gehen musste. In ihm lagen bereits alle späteren Spannungen und Entspannungen angelegt, lauter Äusserungen von ökonomischen, diplomatischen und militärischen Widersprüchen, deren wachsende Zuspitzung schliesslich zur Generalabrechnung führen muss.

Denn der Kapitalismus neigt dazu, alle »Vorhänge«, ob aus Tüll oder aus Eisen, zu zerreissen. Seine normale Lebensweise ist der ungehinderte Austausch von Waren und Kapitalien, inklusive jener besonderen Ware, die das wertvollste Kapital Stalins darstellte, des Menschen. Es ist, kurz gesagt, die friedliche Koexistenz. Aber gerade diese normale Lebensweise macht notwendigerweise jeden Kapitalisten, jedes kapitalistische Unternehmen, jeden Staat und jedes kapitalistische »Imperium« zu einem Aggressor, einem objektiven Expansionsherd, einem Kriegsgott - des Handels-, Finanz-, diplomatischen oder militärischen Krieges. Gerade diese normale Existenzform ist es, die jeden dazu zwingt, seinen »Lebensraum« zu verteidigen und folglich - selbst wenn der Kapitalismus nicht immer versuchen würde, seine Besitzungen auszudehnen - den Nachbarn anzugreifen, sich ihm gegenüber wie ein »Aggressor« zu verhalten.

Man braucht nicht eines jener zahlreichen statistischen Institute um eine Auflistung der gegenseitigen Interventions- und Aggressionsakte Amerikas und Russlands seit 1945 zu bitten, wenn man durch den einzigen wirklich soliden Vorhang der kapitalistischen Welt hindurchzusehen vermag, den Rauchvorhang der Propaganda, die die imperialistischen Unternehmungen zu rechtfertigen und zu verherrlichen sucht. Man darf nicht der vereinfachenden Theorie auf den Leim gehen, derzufolge nur die Verletzung der Grenzen eines Staates durch eine Panzerdivision, eine Bomberstaffel oder einen Kanonenbootverband einen Kriegsakt darstellt, nicht aber der Einbruch mit Nahrungsmitteln, Technologie und Kapital in ein ökonomisch schwächeres Gebiet. Kommt ein General an der Spitze seiner Armee und setzt ein brutales Diktat durch, dann erblickt diese Theorie eine Einmischung in die Angelegenheiten anderer. Wenn aber ein Finanzexperte an der Spitze seiner Berater kommt, um »humanitäre« Hilfe zu verweigern oder zu gewähren, um diejenigen, die von den Bomben verschont blieben, an Hunger krepieren zulassen oder um den Gegner, den Konkurrenten, den Zögernden oder den Neutralen durch ein Ultimatum, das eher mit Getreidelieferungen oder Finanzanleihen arbeitet als mit militärischer Besetzung, zum Nachgeben zu zwingen, wenn also ein solches, freundliches und zivilisiertes Diktat durchgesetzt wird, dann liegt eine Einmischung in die Angelegenheiten anderer angeblich nicht vor.

Wir haben keinen Computer gebraucht, um die Lüge zu entlarven, derzufolge die Verantwortung für die Massaker in den zwei vergangenen imperialistischen Kriegen und in dem jetzt heranreifenden schlicht und einfach bei demjenigen liegt, der als erster eine Grenze verletzt hat. Es ist im übrigen kein Zufall, dass immer der schwächere Imperialismus, derjenige, der unter einen höheren Druck gesetzt und am meisten »angegriffen« wird, die Feindseligkeiten eröffnet. Der andere, per Definition »Unschuldige«, verfügt über eine Menge anderer Mittel, bei denen die Gewalt leise und versteckt ausgeübt wird, um seine Ziele unter dem Deckmantel der »Entspannung« und des »Friedens« zu erreichen, und er ist also nicht gezwungen, auf die offene und laute Gewalt zurückzugreifen

Lange Zeit hat Amerika eine unbestrittene Vormachtstellung auf dem Planeten genossen. Sie ergab sich aus der erdrückenden Übermacht seiner Produktionskapazitäten, seiner Kapitalien, die sich unheimlich schnell reproduzierten und akkumulierten, seiner Warenberge und seines Know-how. Handelte es sich hierbei um Krieg? Aber sicher! Um Aggression? Selbstverständlich! Um Einmischung? Na klar! Handelte es sich auch um die legitime Verteidigung seiner »geheiligten Werte«, d.h. seiner Expansionsperspektiven? Zweifelsohne! Das höchste und grundlegende Prinzip des kleinen Händlers und Kapitalisten - und um so mehr des grossen! - lautet doch gerade mors tua, vita mea oder zu deutsch: »Krepiere, damit ich leben kann".

Was Russland anbelangt, so bemüht es sich, seinen beträchtlichen ökonomischen Rückstand gegenüber den USA aufzuholen und dem Druck, den die Kapitalien, die Waren und die Technologie des Westen auf seinen Produktionsapparat ausüben, zu widerstehen. Es kann dies nur durch den Einsatz seiner Militärmacht, denn im Grunde ist es allein auf diesem Gebiet gegenüber seinen amerikanischen Kontrahenten »wettbewerbsfähig«. Auf diesem Gebiet wird das ökonomische Handicap Russlands zum Teil durch seine geographische Nähe zu den möglichen Schlachtfelder wie zu den Gebieten, die schon heute Gegenstand des diplomatischen Kampfes sind, wettgemacht. Im übrigen stellt das »abtrünnige« China die UdSSR vor die wachsende Gefahr eines Zweifrontenkrieges, und die Energiekrise macht ihr ebenso viele Sorgen wie den USA.

Aus all diesen Gründen hat Moskau die »Einladung« der »fortschrittlichen Kräfte« Afghanistans angenommen und eine zumindest kurzfristige vorteilhafte Position ausgenutzt: Die x-te »Verletzung der nationalen Souveränität« wurde begangen und zum x-ten Mal wurde der »Frieden in der Welt« bedroht. Eine Aggression? Ganz offensichtlich! Gerechtfertigt durch Interessen der Selbstverteidigung? Natürlich, genauso wie die finanzielle und materielle Unterstützung des kubanischen Tyrannen Batista, des iranischen Schah und zahlreicher anderer durch die USA.

Es gibt keinen angreifenden Bourgeois, der sich nicht als angegriffen darstellen könnte, und es gibt keinen angegriffenen Bourgeois, der nicht tatsächlich Angreifer wäre. Es gibt keinen bürgerlichen Krieg, der nicht im Namen des Friedens geführt wird und der nicht auch tatsächlich für einige Augenblicke zum Frieden führt. Und es gibt keinen bürgerlichen Frieden, der nicht unweigerlich den Krieg vorbereitet. In unserem Fall stehen sich die Kolosse in einem Gebiet gegenüber, das für alle Imperialismen lebenswichtig ist; als Quelle und Transportweg des Erdöls, aber auch damals Scharnier zwischen zwei grossen kontinentalen Räumen, mit ihren reichen und entscheidenden Rohstoffvorkommen, Profitquellen und Investitionsmöglichkeiten. Schon allein diese Tatsache ist ein hinreichender Beweis dafür, dass der weltweite Wettbewerb durch materielle Faktoren bestimmt wird. Alle haben ihre »Rechte« zu vertreten und zu verteidigen, die einen gegen die anderen, aber immer auf dem Rücken des Proletariats und der ausgebeuteten und unterdrückten Massen. Und natürlich hüllt jeder Imperialismus seine schmutzigen Interessen in die Fahne des Rechts, der Moral, der Zivilisation oder der Religion, kurz all jener Werte, von denen die Koffer der bürgerlichen Diplomaten nur so überquellen.

Es sind ebenso materielle Ursachen, die die UdSSR und ihre Satelliten seit einem Jahr dazu zwingen, den Prozess ihrer Selbstentlarvung zu beschleunigen. Es ist bezeichnend, dass die Presse der »kommunistischen« Parteien in der ganzen Welt zwei afghanische Regierungen zunächst beweihräuchern und dann verdammen musste und dass sie heute nicht mehr genau weiss, was sie von der dritten zu halten hat. Darüber hinaus ist Russland nicht mehr allein dabei, in den europäischen »Volksdemokratien« zu intervenieren, um den »Schwesterparteien zu helfen«. Es ist auch nicht mehr allein dabei, auf dem asiatischen oder afrikanischen Schachbrett seine Figuren vorzurücken. Es beginnt damit, in der Dritten Welt, der es früher eine »uneigennützige« Hilfe zu gewähren vorgab, »zivilisatorische« und »humanitäre«... Aggressionen reinsten Kolonialstils zu unternehmen. Mythen brechen hier mit lautem Getöse zusammen. Aber ihre Trümmer bedecken einen Weg, der zu einem neuen Weltgemetzel führt.

Im Laufe der letzten dreissig Jahre haben sich in dieser Dritten Welt Völker und vor allem plebejische Massen mit Waffen gegen die arrogante US-Macht erhoben. Jeden Schlag, den sie ihr verpassten, haben wir begrüsst, ohne uns dabei jedoch von den illusorischen nationalistischen Ideologien oder dem religiösen Glauben, der diesen Massen als Fahne diente, irreleiten zu lassen. Heute wünschen wir den Panzern des arroganten Russland, dass sie im Steppensand stecken bleiben und in die Schluchten der afghanischen Gebirge hinabstürzen. Nicht minder wünschen wir der »schnellen Eingreiftruppe«, die Carter aufstellen will, dass sie in ihren Stützpunkten blockiert wird so wie wir unsere Freude angesichts jeder Äusserung einer Schwäche der ungeheuren imperialistischen Macht nicht verheimlichen.

Zwar schwächen solche Niederlagen unseren Feind, sie werden ihn aber nie brechen können. Zu einem Zeitpunkt, da sich der Rüstungswettlauf beschleunigt und die Krise auf dem ganzen Erdball riesige Mengen von Zündstoff anhäuft, ist es dringend notwendig, jene Kraft vorzubereiten, die als einzige in der Lage ist, der gigantischen Konzentration von Produktions- und Destruktionsmitteln, die der Weltkapitalismus in seinen Händen hält, erfolgreich entgegenzutreten. Es ist mehr denn je dringend notwendig, die einzige Klasse, welche die Zukunft repräsentiert, auf die höchste Prüfung vorzubereiten.

Im Rahmen dieser Vorbereitung muss man die abstumpfende und abstossende Komödie des »angegriffenen Angreifers« entlarven. Denn die Suche nach dem »Schuldigen«, nach dem »Aggressor«, nach dem »Kriegstreiber« dient der bürgerlichen Propaganda als doppelte Rechtfertigung: Sie dient der Kriegs- ebenso wie der pazifistischen Propaganda, mit denen die Bourgeoisie das Proletariat gleichermassen vergiftet.

In der Tat erklärt jeder Imperialismus, er würde von den anderen angegriffen, und dies ganz zu Recht, wie wir gesehen haben. Er macht daraus ein Argument, um seine Proletarier zur nationalen Solidarität und zur Vaterlandsverteidigung aufzurufen, gegen den Angriff auf Wirtschafts-, Finanz- und diplomatischer Ebene heute, gegen den drohenden militärischen Angriff morgen. Aber dieser »blosse Verteidigungswille« beinhaltet in Wirklichkeit alle Formen der Kriegshetze. Der kleinbürgerliche Pazifismus, den heute einige kleine (aber nichtsdestoweniger imperialistische) bürgerliche Staaten propagieren, träumt seinerseits davon, die Entspannung, die friedliche Koexistenz und den Frieden im allgemeinen zu retten bzw. wiederherzustellen. Er verbringt seine Zeit damit, den Zerstörer dieses glücklichen Zustands zu suchen, und behauptet, den Krieg dadurch verhindern zu können, dass er den Aggressor vor der Weltöffentlichkeit denunziert. In der Tat, wenn seine Bemühungen gescheitert sind und der Krieg da ist, findet er sich damit ab, findet er ohne Schwierigkeiten den Übeltäter, der hierfür verantwortlich ist (der andere!) und ruft seinerseits das Proletariat auf, sich am Krieg gegen »das Böse« zu beteiligen.

Infolge der allgemeinen Zerschlagung des Proletariats wie der Verjüngungskur, die das zweite imperialistische Gemetzel für das Kapital bedeutet hat, kannte das Zeitalter der Kriege und der Revolutionen jahrelang eine endemische Phase. Heute beginnt eine neue eruptive Phase. Der Weltkapitalismus steuert einem neuen allgemeinen Ausbruch der Widersprüche und Antagonismen, die er auf ständig wachsender Stufenleiter produziert, entgegen. Weit davon entfernt, vor diesem Ausbruch zu erzittern, weit davon entfernt, vom Frieden, dieser Luftspiegelung, zu träumen, muss sich das Proletariat darauf vorbereiten, ihm siegreich zu begegnen.

Dem imperialistischen Krieg kann das Proletariat nur seinen Klassenkrieg entgegenstellen Den immer schneller erfolgenden imperialistischen Kriegsvorbereitungen muss es dringend seine eigene revolutionäre Vorbereitung entgegenstellen Bereits heute muss es laut und vernehmlich die alte Parole des Klassenkrieges verkünden: »Der Feind steht im eigenen Land!« Bereits heute muss es sich politisch und materiell auf den revolutionären Defätismus vorbereiten; sich darauf vorbereiten, sollte es ihm nicht gelingen, den Ausbruch eines neuen imperialistischen Krieges zu verhindern, ihn in den Bürgerkrieg für den Sturz der bürgerlichen Herrschaft und die Errichtung seiner eigenen Diktatur zu verwandeln.

Source: »Kommunistisches Programm«, Nr. 25/26, Juli 1980, S.1-3,S.64.

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