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GRUNDSÄTZE DES KOMMUNISMUS
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Grundsätze des Kommunismus
1. Frage: Was ist der Kommunismus?
2. Frage: Was ist das Proletariat?
3. Frage: Es hat also nicht immer Proletarier gegeben?
4. Frage: Wie ist das Proletariat entstanden?
5. Frage: Unter welchen Bedingungen findet dieser Verkauf der Arbeit der Proletarier an die Bourgeois statt?
6. Frage: Welche Arbeiterklassen gab es vor der industriellen Revolution?
7. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Sklaven?
8. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Leibeigenen?
10. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Manufakturarbeiter?
11. Frage: Was waren die nächsten Folgen der industriellen Revolution und der Scheidung der Gesellschaft in Bourgeois und Proletarier?
12. Frage: Was waren die weiteren Folgen der industriellen Revolution?
13. Frage: Was folgt aus diesen sich regelmässig wiederholenden Handelskrisen?
14. Frage: Welcher Art wird diese neue Gesellschaftsordnung sein müssen?
15. Frage: Die Abschaffung des Privateigentums war also früher nicht möglich?
16. Frage: Wird die Aufhebung des Privateigentums auf friedlichem Wege möglich sein?
17. Frage: Wird die Abschaffung des Privateigentums mit Einem Schlage möglich sein?
18. Frage: Welchen Entwicklungsgang wird diese Revolution nehmen?
19. Frage: Wird diese Revolution in einem einzigen Lande allein vor sich gehen können?
20. Frage: Was werden die Folgen der schliesslichen Beseitigung des Privateigentums sein?
21. Frage: Welchen Einfluss wird die kommunistische Gesellschaftsordnung auf die Familie ausüben?
24. Frage: Wie unterscheiden sich die Kommunisten von den Sozialisten?
25. Frage: Wie verhalten sich die Kommunisten zu den übrigen politischen Parteien unsrer Zeit?
Notes
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Grundsätze des Kommunismus
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1. Frage: Was ist der Kommunismus?
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(1) Antwort: Der Kommunismus ist die Lehre von den Bedingungen der Befreiung des Proletariats.

2. Frage: Was ist das Proletariat?
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Antwort: Das Proletariat ist diejenige Klasse der Gesellschaft, welche ihren Lebensunterhalt einzig und allein aus dem Verkauf ihrer Arbeit (2) und nicht aus dem Profit irgendeines Kapitals zieht; deren Wohl und Wehe, deren Leben und Tod, deren ganze Existenz von der Nachfrage nach Arbeit, also von dem Wechsel der guten und schlechten Geschäftszeiten, von den Schwankungen einer zügellosen Konkurrenz abhängt. Das Proletariat oder die Klasse der Proletarier ist, mit einem Worte, die arbeitende Klasse des neunzehnten Jahrhunderts.

3. Frage: Es hat also nicht immer Proletarier gegeben?
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Antwort: Nein. Arme und arbeitende Klassen hat es immer gegeben (3); auch waren die arbeitenden Klassen meistens arm. Aber solche Arme, solche Arbeiter, die in den eben angegebenen Umständen lebten, also Proletarier, hat es nicht immer gegeben, ebensowenig wie die Konkurrenz immer frei und zügellos war.

4. Frage: Wie ist das Proletariat entstanden?
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Antwort: Das Proletariat ist entstanden durch die industrielle Revolution, welche in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in England vor sich ging und welche sich seitdem in allen zivilisierten Ländern der Welt wiederholt hat. Diese industrielle Revolution wurde herbeigeführt durch die Erfindung der Dampfmaschine, der verschiedenen Spinnmaschinen, des mechanischen Webstuhls und einer ganzen Reihe anderer mechanischer Vorrichtungen. Diese Maschinen, welche sehr teuer waren und also nur von grossen Kapitalisten angeschafft werden konnten, veränderten die ganze bisherige Weise der Produktion und verdrängten die bisherigen Arbeiter, indem die Maschinen die Waren wohlfeiler und besser lieferten, als die Arbeiter sie mit ihren unvollkommenen Spinnrädern und Webstühlen herstellen konnten.

Diese Maschinen lieferten dadurch die Industrie gänzlich in die Hände der grossen Kapitalisten und machten das wenige Eigentum der Arbeiter (Werkzeuge, Wegstühle usw.) völlig wertlos, so dass die Kapitalisten bald alles in ihre Hände bekamen und die Arbeiter nichts übrigbehielten. Damit war in der Verfertigung von Kleidungsstoffen das Fabriksystem eingeführt. - Als der Anstoss zur Einführung der Maschinerie und des Fabriksystems einmal gegeben war, wurde dieses System auch sehr bald auf alle übrigen Industriezweige, namentlich auf die Zeug- und Buchdruckerei, die Töpferei, die Metallwarenindustrie angewandt. Die Arbeit wurde immer mehr unter die einzelnen Arbeiter geteilt, so dass der Arbeiter, der früher ein ganzes Stück Arbeit gemacht hatte, jetzt nur einen Teil dieses Stücks machte.

Diese Teilung der Arbeit machte es möglich, dass die Produkte schneller und daher wohlfeiler geliefert werden konnten. Sie reduzierte die Tätigkeit eines jeden Arbeiters auf einen sehr einfachen, jeden Augenblick wiederholten, mechanischen Handgriff, der nicht nur ebensogut, sondern noch viel besser durch eine Maschine gemacht werden konnte. Auf diese Weise gerieten alle diese Industriezweige, einer nach dem anderen, unter die Herrschaft der Dampfkraft, der Maschinerie und des Fabriksystems, gerade wie die Spinnerei und Weberei. Damit gerieten sie aber zugleich vollständig in die Hände der grossen Kapitalisten, und den Arbeitern wurde auch hier der letzte Rest von Selbständigkeit entzogen. Allmählich gerieten ausser der eigentlichen Manufaktur auch die Handwerke mehr und mehr unter die Herrschaft des Fabriksystems, indem auch hier grosse Kapitalisten durch Anlegung grosser Ateliers, bei denen viele Kosten gespart werden und die Arbeit ebenfalls sehr geteilt werden kann, die kleinen Meister mehr und mehr verdrängten.

So sind wir jetzt dahin gekommen, dass in den zivilisierten Ländern fast alle Arbeitszweige fabrikmässig betrieben werden, dass in fast allen Arbeitszweigen das Handwerk und die Manufaktur durch die grosse Industrie verdrängt worden sind. - Dadurch ist der bisherige Mittelstand, besonders die kleinen Handwerksmeister, mehr und mehr ruiniert, die frühere Lage der Arbeiter gänzlich umgewälzt und zwei neue, allmählich alle übrigen verschlingenden Klassen geschaffen worden, nämlich:

1. Die Klasse der grossen Kapitalisten, welche in allen zivilisierten Ländern schon jetzt fast ausschliesslich im Besitz aller Lebensmittel und der zur Erzeugung der Lebensmittel nötigen Rohstoffe und Instrumente (Maschinen, Fabriken) sind. Dies ist die Klasse der Bourgeois oder die Bourgeoisie.

2. Die Klasse der gänzlich Besitzlosen, welche darauf angewiesen sind, den Bourgeois ihre Arbeit zu verkaufen, um dafür die zu ihrem Unterhalt nötigen Lebensmittel zu erhalten. Diese Klasse heisst die Klasse der Proletarier oder das Proletariat.

5. Frage: Unter welchen Bedingungen findet dieser Verkauf der Arbeit der Proletarier an die Bourgeois statt?
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Antwort: Die Arbeit ist eine Ware wie jede andere, und ihr Preis wird daher genau nach denselben Gesetzen bestimmt werden wie der jeder anderen Ware. Der Preis einer Ware unter der Herrschaft der grossen Industrie oder der freien Konkurrenz, was, wie wir sehen werden, auf eins hinauskommt, ist aber im Durchschnitt immer gleich den Produktionskosten dieser Ware. Der Preis der Arbeit ist also ebenfalls gleich den Produktionskosten der Arbeit.

Die Produktionskosten der Arbeit bestehen aber in gerade soviel Lebensmitteln, als nötig sind, um den Arbeiter in den Stand zu setzen, arbeitsfähig zu bleiben und die Arbeiterklasse nicht aussterben zu lassen. Der Arbeiter wird also für seine Arbeit nicht mehr erhalten, als zu diesem Zwecke nötig ist; der Preis der Arbeit oder der Lohn wird also das Niedrigste, das Minimum sein, was zum Lebensunterhalt nötig ist. Da die Geschäftszeiten aber bald schlechter, bald besser sind, so wird er bald mehr, bald weniger bekommen, gerade wie der Fabrikant bald mehr, bald weniger für seine Ware bekommt. Aber ebenso wie der Fabrikant im Durchschnitt der guten und schlechten Geschäftszeiten doch nicht mehr und nicht weniger für seine Ware erhält als seine Produktionskosten, ebenso wird der Arbeiter im Durchschnitt auch nicht mehr und nicht weniger als eben dies Minimum erhalten. Dies ökonomische Gesetz des Arbeitslohns wird aber um so strenger durchgeführt werden, je mehr die grosse Industrie sich aller Arbeitszweige bemächtigt.

6. Frage: Welche Arbeiterklassen gab es vor der industriellen Revolution?
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Antwort: Die arbeitenden Klassen haben je nach den verschiedenen Entwickelungsstufen der Gesellschaft in verschiedenen Verhältnissen gelebt und verschiedene Stellungen zu den besitzenden und herrschenden Klassen gehabt. Im Altertum waren die Arbeitenden die Sklaven der Besitzer, wie sie es in vielen zurückgebliebenen Ländern und selbst in dem südlichen Teil der Vereinigten Staaten noch sind. Im Mittelalter waren sie die Leibeigenen des grundbesitzenden Adels, wie sie es noch jetzt in Ungarn, Polen und Russland sind. Im Mittelalter und bis zur industriellen Revolution gab es ausserdem in den Städten Handwerksgesellen, die im Dienst kleinbürgerlicher Meister arbeiteten, und allmählich kamen auch mit der Entwicklung der Manufaktur Manufakturarbeiter auf, welche schon von grösseren Kapitalisten beschäftigt wurden.

7. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Sklaven?
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Antwort: Der Sklave ist ein für allemal verkauft; der Proletarier muss sich täglich und stündlich selbst verkaufen. Der einzelne Sklave, Eigentum eines Herrn, hat schon durch das Interesse dieses Herrn eine gesicherte Existenz, so elend sie sein mag; der einzelne Proletarier, Eigentum sozusagen der ganzen Bourgeoisklasse, dem seine Arbeit nur dann abgekauft wird, wenn jemand ihrer bedarf, hat keine gesicherte Existenz. Diese Existenz ist nur der ganzen Proletarierklasse gesichert. Der Sklave steht ausserhalb der Konkurrenz, der Proletarier steht in ihr und fühlt alle ihre Schwankungen. Der Sklave gilt für eine Sache, nicht für ein Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft; der Proletarier ist als Person, als Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft anerkannt.

Der Sklave kann also eine bessere Existenz haben als der Proletarier, aber der Proletarier gehört einer höheren Entwicklungsstufe der Gesellschaft an und steht selbst auf einer höheren Stufe als der Sklave. Der Sklave befreit sich, indem er von allen Privateigentumsverhältnissen nur das Verhältnis der Sklaverei aufhebt und dadurch erst selbst Proletarier wird; der Proletarier kann sich nur dadurch befreien, dass er das Privateigentum überhaupt aufhebt.

8. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Leibeigenen?
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Antwort: Der Leibeigene hat den Besitz und die Benutzung eines Produktionsinstrumentes, eines Stückes Boden, gegen Abgabe eines Teils des Ertrages oder gegen Leistung von Arbeit. Der Proletarier arbeitet mit Produktionsinstrumenten eines anderen für Rechnung dieses anderen, gegen Empfang eines Teils des Ertrages. Der Leibeigene gibt ab, dem Proletarier wird abgegeben. Der Leibeigene hat eine gesicherte Existenz, der Proletarier hat sie nicht. Der Leibeigene steht ausserhalb der Konkurrenz, der Proletarier steht in ihr. Der Leibeigene befreit sich, entweder indem er in die Städte entläuft und dort Handwerker wird, oder indem er statt Arbeit und Produkten Geld an seinen Gutsherrn gibt und freier Pächter wird, oder indem er seinen Feudalherrn verjagt und selbst Eigentümer wird, kurz, indem er auf die eine oder die andere Weise in die besitzende Klasse und in die Konkurrenz eintritt. Der Proletarier befreit sich, indem er die Konkurrenz, das Privateigentum und alle Klassenunterschiede aufhebt.

9. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Handwerker?
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(4)

10. Frage: Wodurch unterscheidet sich der Proletarier vom Manufakturarbeiter?
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Antwort: Der Manufakturarbeiter des sechzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts hatte fast überall noch ein Produktionsinstrument in seinem Besitz, seinen Webstuhl, die Spinnräder für seine Familie, ein kleines Feld, das er in Nebenstunden bebaute. Der Proletarier hat das alles nicht. Der Manufakturarbeiter lebt fast immer auf dem Lande und in mehr oder weniger patriarchalischen Verhältnissen mit seinem Gutsherrn oder Arbeitgeber; der Proletarier lebt meist in grossen Städten und steht zu seinem Arbeitgeber in einem reinen Geldverhältnis. Der Manufakturarbeiter wird durch die grosse Industrie aus seinen patriarchalischen Verhältnissen herausgerissen, verliert den Besitz, den er noch hatte, und wird dadurch selbst erst Proletarier.

11. Frage: Was waren die nächsten Folgen der industriellen Revolution und der Scheidung der Gesellschaft in Bourgeois und Proletarier?
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Antwort: Erstens wurde durch die infolge der Maschinenarbeit immer wohlfeiler werdenden Preise der Industrieerzeugnisse in allen Ländern der Welt das alte System der Manufaktur oder auf Handarbeit beruhenden Industrie gänzlich zerstört. Alle halbbarbarischen Länder, welche bisher mehr oder weniger der geschichtlichen Entwicklung fremd geblieben waren und deren Industrie bisher auf der Manufaktur beruht hatte, wurden hierdurch mit Gewalt aus ihrer Abschliessung herausgerissen. Sie kauften die wohlfeileren Waren der Engländer und liessen ihre eigenen Manufakturarbeiter zugrunde gehen. So sind Länder, welche seit Jahrtausenden keinen Fortschritt gemacht haben, z.B. Indien, durch und durch revolutioniert worden, und selbst China geht jetzt einer Revolution entgegen. Es ist dahin gekommen, dass eine neue Maschine, die heute in England erfunden wird, binnen einem Jahre Millionen von Arbeitern in China ausser Brot setzt. Auf diese Weise hat die grosse Industrie alle Völker der Erde miteinander in Verbindung gesetzt, alle kleinen Lokalmärkte zum Weltmarkt zusammengeworfen, überall die Zivilisation und den Fortschritt vorbereitet und es dahin gebracht, dass alles, was in den zivilisierten Ländern geschieht, auf alle anderen Länder zurückwirken muss. So dass, wenn jetzt in England oder Frankreich die Arbeiter sich befreien, dies in allen anderen Ländern Revolutionen nach sich ziehen muss, welche früher oder später ebenfalls die Befreiung der dortigen Arbeiter herbeiführen.

Zweitens hat sie überall, wo die grosse Industrie an die Stelle der Manufaktur trat, die Bourgeoisie, ihren Reichtum und ihre Macht im höchsten Grade entwickelt und sie zur ersten Klasse im Lande gemacht. Die Folge davon war, dass überall, wo dies geschah, die Bourgeoisie die politische Macht in ihre Hände bekam und die bisher herrschenden Klassen, die Aristokratie, die Zunftbürger und das beide vertretende absolute Königtum, verdrängte.

Die Bourgeoisie vernichtete die Macht der Aristokratie, des Adels, indem sie die Majorate oder die Unverkäuflichkeit des Grundbesitzes und alle Adelsvorrechte aufhob. Sie zerstörte die Macht der Zunftbürger, indem sie alle Zünfte und Handwerksprivilegien aufhob. An die Stelle beider setzte sie die freie Konkurrenz, d.h. den Zustand der Gesellschaft, worin jeder das Recht hat, jeden beliebigen Industriezweig zu betreiben, und worin ihn nichts an dem Betriebe eines solchen verhindern kann als der Mangel des dazu nötigen Kapitals.

Die Einführung der freien Konkurrenz ist also die öffentliche Erklärung, dass von nun an die Mitglieder der Gesellschaft nur noch insoweit ungleich sind, als ihre Kapitalien ungleich sind, dass das Kapital die entscheidende Macht und damit die Kapitalisten, die Bourgeois, die erste Klasse in der Gesellschaft geworden sind. Die freie Konkurrenz ist aber für den Anfang der grossen Industrie notwendig, weil sie der einzige Gesellschaftszustand ist, in dem die grosse Industrie aufkommen kann. Die Bourgeoisie, nachdem sie so die gesellschaftliche Macht des Adels und der Zunftbürger vernichtet hatte, vernichtete auch ihre politische Macht. Wie sie sich in der Gesellschaft zur ersten Klasse erhoben hatte, proklamierte sie sich auch in politischer Form als erste Klasse. Sie tat dies durch die Einführung des Repräsentativsystems, welches auf der bürgerlichen Gleichheit vor dem Gesetz, der gesetzlichen Anerkennung der freien Konkurrenz beruht und in den europäischen Ländern unter der Form der konstitutionellen Monarchie eingeführt wurde. In diesen konstitutionellen Monarchien sind nur diejenigen Wähler, welche ein gewisses Kapital besitzen, also nur die Bourgeois; diese Bourgeoiswähler wählen die Deputierten, und diese Bourgeoisdeputierten wählen, vermittels des Rechts der Steuerverweigerung, eine Bourgeoisregierung.

Drittens entwickelte sie überall das Proletariat in demselben Masse, wie sie die Bourgeoisie entwickelt. In demselben Verhältnis, wie die Bourgeois reicher wurden, in demselben Verhältnis wurden die Proletarier zahlreicher. Denn da die Proletarier nur durch das Kapital beschäftigt werden können und das Kapital sich nur dann vermehrt, wenn es Arbeit beschäftigt, so hält die Vermehrung des Proletariats genau Schritt mit der Vermehrung des Kapitals. Zu gleicher Zeit zieht sie die Bourgeois so wie die Proletarier in grossen Städten zusammen, in denen die Industrie sich am vorteilhaftesten betreiben lässt, und gibt durch diese Zusammenwerfung grosser Massen auf einen Fleck den Proletariern das Bewusstsein ihrer Stärke. Ferner, je mehr sie sich entwickelt, je mehr neue Maschinen erfunden werden, welche die Handarbeit verdrängen, desto mehr drückt die grosse Industrie den Lohn, wie schon gesagt, auf sein Minimum herab und macht dadurch die Lage des Proletariats mehr und mehr unerträglich. So bereitet sie einerseits durch die wachsende Unzufriedenheit, andererseits durch die wachsende Macht des Proletariats eine Revolution der Gesellschaft durch das Proletariat vor.

12. Frage: Was waren die weiteren Folgen der industriellen Revolution?
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Antwort: Die grosse Industrie schuf in der Dampfmaschine und den übrigen Maschinen die Mittel, die industrielle Produktion in kurzer Zeit und mit wenig Kosten ins unendliche zu vermehren. Die aus dieser grossen Industrie notwendig hervorgehende freie Konkurrenz nahm bei dieser Leichtigkeit der Produktion sehr bald einen äusserst heftigen Charakter an; eine Menge Kapitalisten warfen sich auf die Industrie, und in kurzer Zeit wurde mehr produziert, als gebraucht werden konnte. Die Folge davon war, dass die fabrizierten Waren nicht verkauft werden konnten und dass eine sogenannte Handelskrisis eintrat. Die Fabriken mussten stillstehen, die Fabrikanten machten Bankerott, und die Arbeiter kamen ausser Brot. Das grösste Elend trat überall ein. Nach einiger Zeit waren die überflüssigen Produkte verkauft, die Fabriken fingen wieder an zu arbeiten, der Lohn stieg, und allmählich gingen die Geschäfte wieder besser als je. Aber nicht lange, so waren wieder zuviel Waren produziert, und eine neue Krisis trat ein, die gerade wieder denselben Verlauf nahm wie die vorige. So hat seit dem Anfang dieses Jahrhunderts der Zustand der Industrie fortwährend zwischen Epochen der Prosperität und Epochen der Krise geschwankt, und fast regelmässig alle fünf bis sieben Jahre (5) ist eine solche Krisis eingetreten, welche jedesmal mit dem grössten Elend der Arbeiter, mit allgemeiner revolutionärer Aufregung und mit der grössten Gefahr für den ganzen bestehenden Zustand verknüpft war.

13. Frage: Was folgt aus diesen sich regelmässig wiederholenden Handelskrisen?
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Antwort: Erstens: Dass die grosse Industrie, obwohl sie selbst in ihrer ersten Entwicklungsepoche die freie Konkurrenz erzeugt hat, jetzt dennoch der freien Konkurrenz entwachsen ist; dass die Konkurrenz und überhaupt der Betrieb der industriellen Produktion durch einzelne für sie eine Fessel geworden ist, welche sie sprengen muss und wird; dass die grosse Industrie, solange sie auf dem jetzigen Fusse betrieben wird, sich nur durch eine von sieben zu sieben Jahren sich wiederholende allgemeine Verwirrung erhalten kann, welche jedesmal die ganze Zivilisation bedroht und nicht nur die Proletarier ins Elend stürzt, sondern auch eine grosse Anzahl von Bourgeois ruiniert; dass also die grosse Industrie selbst entweder ganz aufgegeben werden muss, was eine absolute Unmöglichkeit ist; oder dass sie eine ganz neue Organisation der Gesellschaft durchaus notwendig macht, in welcher nicht mehr einzelne, einander Konkurrenz machende Fabrikanten, sondern die ganze Gesellschaft nach einem festen Plan und nach den Bedürfnissen aller die industrielle Produktion leitet.

Zweitens: Dass die grosse Industrie und die durch sie möglich gemachte Ausdehnung der Produktion ins unendliche einen Zustand der Gesellschaft möglich machen, in welchem so viel von allen Lebensbedürfnissen produziert wird, dass jedes Mitglied der Gesellschaft dadurch in den Stand gesetzt wird, alle seine Kräfte und Anlagen in vollständiger Freiheit zu entwickeln und zu betätigen. So dass also gerade diejenige Eigenschaft der grossen Industrie, welche in der heutigen Gesellschaft alles Elend und alle Handelskrisen erzeugt, gerade dieselbe ist, welche unter einer anderen gesellschaftlichen Organisation eben dieses Elend und diese unglückbereitenden Schwankungen vernichten wird. So dass also aufs klarste bewiesen ist:
1. dass von jetzt an alle diese Übel nur der für die Verhältnisse nicht mehr passenden Gesellschaftsordnung zuzuschreiben sind und
2. dass die Mittel vorhanden sind, um durch eine neue Gesellschaftsordnung diese Übel gänzlich zu beseitigen.

14. Frage: Welcher Art wird diese neue Gesellschaftsordnung sein müssen?
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Antwort: Sie wird vor allen Dingen den Betrieb der Industrie und aller Produktionszweige überhaupt aus den Händen der einzelnen, einander Konkurrenz machenden Individuen nehmen und dafür alle diese Produktionszweige durch die ganze Gesellschaft, d.h. für gemeinschaftliche Rechnung, nach gemeinschaftlichem Plan und unter Beteiligung aller Mitglieder der Gesellschaft, betreiben lassen müssen. Sie wird also die Konkurrenz aufheben und die Assoziation an ihre Stelle setzen. Da nun der Betrieb der Industrie durch einzelne das Privateigentum zur notwendigen Folge hatte und die Konkurrenz weiter nichts ist als die Art und Weise des Betriebs der Industrie durch einzelne Privateigentümer, so ist das Privateigentum vom einzelnen Betrieb der Industrie und der Konkurrenz nicht zu trennen. Das Privateigentum wird also ebenfalls abgeschafft werden müssen, und an seine Stelle wird die gemeinsame Benutzung aller Produktionsinstrumente und die Verteilung aller Produkte nach gemeinsamer Übereinkunft oder die sogenannte Gütergemeinschaft treten. Die Abschaffung des Privateigentums ist sogar die kürzeste und bezeichnendste Zusammenfassung der aus der Entwicklung der Industrie notwendig hervorgehenden Umgestaltung der gesamten Gesellschaftsordnung und wird daher mit Recht von den Kommunisten als Hauptforderung hervorgehoben.

15. Frage: Die Abschaffung des Privateigentums war also früher nicht möglich?
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Antwort: Nein. Jede Veränderung in der gesellschaftlichen Ordnung, jede Umwälzung der Eigentumsverhältnisse ist die notwendige Folge der Erzeugung neuer Produktivkräfte gewesen, welche den alten Eigentumsverhältnissen sich nicht mehr fügen wollten. Das Privateigentum selbst ist so entstanden. Denn das Privateigentum hat nicht immer existiert, sondern, als gegen das Ende des Mittelalters in der Manufaktur eine neue Art der Produktion erschaffen wurde, welche sich dem damaligen feudalen und Zunfteigentum nicht unterordnen liess, da erzeugte diese, den alten Eigentumsverhältnissen entwachsene Manufaktur eine neue Eigentumsform, das Privateigentum. Für die Manufaktur und für die erste Entwicklungsstufe der grossen Industrie war aber keine andere Eigentumsform möglich als das Privateigentum, keine andre Gesellschaftsordnung als die auf dem Privateigentum beruhende. Solange nicht so viel produziert werden kann, dass nicht nur für alle genug vorhanden ist, sondern auch noch ein Überschuss von Produkten zur Vermehrung des gesellschaftlichen Kapitals und zur weiteren Ausbildung der Produktivkräfte bleibt, solange muss es immer eine herrschende, über die Produktivkräfte der Gesellschaft verfügende und eine arme, unterdrückte Klasse geben. Wie diese Klassen beschaffen sein werden, wird von der Entwicklungsstufe der Produktion abhängen. Das vom Landbau abhängige Mittelalter gibt uns den Baron und den Leibeigenen, die Städte des späteren Mittelalters zeigen uns den Zunftmeister und den Gesellen und Tagelöhner, das siebzehnte Jahrhundert hat den Manufakturisten und den Manufakturarbeiter, das neunzehnte den grossen Fabrikanten und den Proletarier.

Es ist klar, das bisher die Produktivkräfte noch nicht so weit entwickelt waren, dass für alle genug produziert werden konnte, und dass das Privateigentum für diese Produktivkräfte eine Fessel, eine Schranke geworden war. Jetzt aber, wo durch die Entwicklung der grossen Industrie erstens Kapitalien und Produktivkräfte in einem nie vorher gekannten Masse erzeugt und die Mittel vorhanden sind, diese Produktivkräfte in kurzer Zeit ins unendliche zu vermehren; wo zweitens diese Produktivkräfte in den Händen weniger Bourgeois zusammengedrängt sind, während die grosse Masse des Volks immer mehr zu Proletariern wird, während ihre Lage in demselben Masse elender und unerträglicher wird, in welchem die Reichtümer der Bourgeois sich vermehren; wo drittens diese gewaltigen und leicht zu vermehrenden Produktivkräfte so sehr dem Privateigentum und den Bourgeois über den Kopf gewachsen sind, dass sie jeden Augenblick die gewaltsamsten Störungen in der gesellschaftlichen Ordnung hervorrufen, jetzt erst ist die Aufhebung des Privateigentums nicht nur möglich, sondern sogar durchaus notwendig geworden.

16. Frage: Wird die Aufhebung des Privateigentums auf friedlichem Wege möglich sein?
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Antwort: Es wäre zu wünschen, dass dies geschehen könnte, und die Kommunisten wären gewiss die letzten, die sich dagegen auflehnen würden. Die Kommunisten wissen zu gut, dass alle Verschwörungen nicht nur nutzlos, sondern sogar schädlich sind. Sie wissen zu gut, dass Revolutionen nicht absichtlich und willkürlich gemacht werden, sondern dass sie überall und zu jeder Zeit die notwendige Folge von Umständen waren, welche von dem Willen und der Leitung einzelner Parteien und ganzer Klassen durchaus unabhängig sind.

Sie sehen aber auch, dass die Entwicklung des Proletariats in fast allen zivilisierten Ländern gewaltsam unterdrückt und dass hierdurch von den Gegnern der Kommunisten auf eine Revolution mit aller Macht hingearbeitet wird. Wird hierdurch das unterdrückte Proletariat zuletzt in eine Revolution hineingejagt, so werden wir Kommunisten dann ebensogut mit der Tat wie jetzt mit dem Wort die Sache der Proletarier verteidigen.

17. Frage: Wird die Abschaffung des Privateigentums mit Einem Schlage möglich sein?
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Antwort: Nein, ebensowenig wie sich mit einem Schlage die schon bestehenden Produktivkräfte so weit werden vervielfältigen lassen, als zur Herstellung der Gemeinschaft nötig ist. Die aller Wahrscheinlichkeit nach eintretende Revolution des Proletariats wird also nur allmählich die jetzige Gesellschaft umgestalten und erst dann das Privateigentum abschaffen können, wenn die dazu nötige Masse von Produktionsmitteln geschaffen ist.

18. Frage: Welchen Entwicklungsgang wird diese Revolution nehmen?
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Antwort: Sie wird vor allen Dingen eine demokratische Staatsverfassung und damit direkt oder indirekt die politische Herrschaft des Proletariats herstellen. Direkt in England, wo die Proletarier schon die Majorität des Volks ausmachen. Indirekt in Frankreich und Deutschland, wo die Majorität des Volkes nicht nur aus Proletariern, sondern auch aus kleinen Bauern und Bürgern besteht, welche eben erst im Übergang ins Proletariat begriffen sind und in allen ihren politischen Interessen mehr und mehr vom Proletariat abhängig werden und sich daher bald den Forderungen des Proletariats fügen müssen. Dies wird vielleicht einen zweiten Kampf kosten, der aber nur mit dem Siege des Proletariats endigen kann.

Die Demokratie würde dem Proletariat ganz nutzlos sein, wenn sie nicht sofort als Mittel zur Durchsetzung weiterer, direkt das Privateigentum angreifender und die Existenz des Proletariats sicherstellender Massregeln benutzt würde. Die hauptsächlichsten dieser Massregeln, wie sie sich schon jetzt als notwendige Folgen der bestehenden Verhältnisse ergeben, sind folgende:
1. Beschränkung des Privateigentums durch Progressivsteuern, starke Erbschaftssteuern, Abschaffung der Erbschaft der Seitenlinien (Brüder, Neffen etc.), Zwangsanleihen pp.
2. Allmähliche Expropriation der Grundeigentümer, Fabrikanten, Eisenbahnbesitzer und Schiffsreeder, teils durch Konkurrenz der Staatsindustrie, teils direkt gegen Entschädigung in Assignaten
(6).
3. Konfiskation der Güter aller Emigranten und Rebellen gegen die Majorität des Volkes.
4. Organisation der Arbeit oder Beschäftigung der Proletarier auf den Nationalgütern, Fabriken und Werkstätten, wodurch die Konkurrenz der Arbeiter unter sich beseitigt und die Fabrikanten, solange sie noch bestehen, genötigt werden, denselben erhöhten Lohn zu zahlen wie der Staat.
5. Gleicher Arbeitszwang für alle Mitglieder der Gesellschaft bis zur vollständigen Aufhebung des Privateigentums. Bildung industrieller Armeen, besonders für die Agrikultur.
6. Zentralisierung des Kreditsystems und Geldhandels in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und Unterdrückung aller Privatbanken und Bankiers.
7. Vermehrung der Nationalfabriken, Werkstätten, Eisenbahnen und Schiffe, Urbarmachung aller Ländereien und Verbesserung der schon urbar gemachten, in demselben Verhältnis, in welchem sich die der Nation zur Verfügung stehenden Kapitalien und Arbeiter vermehren.
8. Erziehung sämtlicher Kinder, von dem Augenblicke an, wo sie der ersten mütterlichen Pflege entbehren können, in Nationalanstalten und auf Nationalkosten. Erziehung und Fabrikation zusammen.
9. Errichtung grosser Paläste auf den Nationalgütern als gemeinschaftliche Wohnungen für Gemeinden von Staatsbürgern, welche sowohl Industrie wie Ackerbau treiben und die Vorteile sowohl des städtischen wie des Landlebens in sich vereinigen, ohne die Einseitigkeiten und Nachteile beider Lebensweisen zu teilen.
10. Zerstörung aller ungesunden und schlecht gebauten Wohnungen und Stadtviertel.

11. Gleiches Erbrecht für uneheliche wie für eheliche Kinder.
12. Konzentration alles Transportwesens in den Händen der Nation.

Alle diese Massregeln können natürlich nicht mit einem Male durchgeführt werden. Aber die eine wird immer die andre nach sich ziehen. Ist einmal der erste radikale Angriff gegen das Privateigentum geschehen, so wird das Proletariat sich gezwungen sehen, immer weiter zu gehen, immer mehr alles Kapital, allen Ackerbau, alle Industrie, allen Transport, allen Austausch in den Händen des Staates zu konzentrieren. Dahin arbeiten alle diese Massregeln; und sie werden genau in demselben Verhältnis ausführbar werden und ihre zentralisierenden Konsequenzen entwickeln, in welchem die Produktivkräfte des Landes durch die Arbeit des Proletariats vervielfältigt werden. Endlich, wenn alles Kapital, alle Produktion und aller Austausch in den Händen der Nation zusammengedrängt sind, ist das Privateigentum von selbst weggefallen, das Geld überflüssig geworden und die Produktion so weit vermehrt und die Menschen so weit verändert, dass auch die letzten Verkehrsformen der alten Gesellschaft fallen können.

19. Frage: Wird diese Revolution in einem einzigen Lande allein vor sich gehen können?
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Antwort: Nein. Die grosse Industrie hat schon dadurch, dass sie den Weltmarkt geschaffen hat, alle Völker der Erde, und namentlich die zivilisierten, in eine solche Verbindung miteinander gebracht, dass jedes einzelne Volk davon abhängig ist, was bei einem andern geschieht. Sie hat ferner in allen zivilisierten Ländern die gesellschaftliche Entwicklung so weit gleichgemacht, dass in allen diesen Ländern Bourgeoisie und Proletariat die beiden entscheidenden Klassen der Gesellschaft, der Kampf zwischen beiden der Hauptkampf des Tages geworden. Die kommunistische Revolution wird daher keine bloss nationale, sie wird eine in allen zivilisierten Ländern, d.h. wenigstens in England, Amerika, Frankreich und Deutschland gleichzeitig vor sich gehende Revolution sein. Sie wird sich in jedem dieser Länder rascher oder langsamer entwickeln, je nachdem das eine oder das andre Land eine ausgebildetere Industrie, einen grösseren Reichtum, eine bedeutendere Masse von Produktivkräften besitzt. Sie wird daher in Deutschland am langsamsten und schwierigsten, in England am raschesten und leichtesten durchzuführen sein. Sie wird auf die übrigen Länder der Welt ebenfalls eine bedeutende Rückwirkung ausüben und ihre bisherige Entwicklungsweise gänzlich verändern und sehr beschleunigen. Sie ist eine universelle Revolution und wird daher auch ein universelles Terrain haben (7).

20. Frage: Was werden die Folgen der schliesslichen Beseitigung des Privateigentums sein?
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Antwort: Dadurch, dass die Gesellschaft die Benutzung sämtlicher Produktivkräfte und Verkehrsmittel sowie den Austausch und die Verteilung der Produkte den Händen der Privatkapitalisten entnimmt und nach einem aus den vorhandenen Mitteln und den Bedürfnissen der ganzen Gesellschaft sich ergebenden Plan verwaltet, werden vor allen Dingen alle die schlimmen Folgen beseitigt, welche jetzt noch mit dem Betrieb der grossen Industrie verknüpft sind. Die Krisen fallen weg; die ausgedehnte Produktion, welche für die jetzige Ordnung der Gesellschaft eine Überproduktion und eine so mächtige Ursache des Elends ist, wird dann nicht einmal hinreichen und noch viel weiter ausgedehnt werden müssen. Statt Elend herbeizuführen, wird die Überproduktion über die nächsten Bedürfnisse der Gesellschaft hinaus die Befriedigung der Bedürfnisse aller sicherstellen, neue Bedürfnisse und zugleich die Mittel, sie zu befriedigen, erzeugen.

Sie wird die Bedingung und Veranlassung neuer Fortschritte sein, sie wird diese Fortschritte zustande bringen, ohne dass dadurch, wie bisher jedesmal, die Gesellschaftsordnung in Verwirrung gebracht werde. Die grosse Industrie, befreit von dem Druck des Privateigentums, wird sich in einer Ausdehnung entwickeln, gegen die ihre jetzige Ausbildung ebenso kleinlich erscheint wie die Manufaktur gegen die grosse Industrie unserer Tage. Diese Entwicklung der Industrie wird der Gesellschaft eine hinreichende Masse von Produkten zur Verfügung stellen, um damit die Bedürfnisse aller zu befriedigen. Ebenso wird der Ackerbau, der auch durch den Druck des Privateigentums und der Parzellierung daran verhindert wird, sich die schon gemachten Verbesserungen und wissenschaftlichen Entwicklungen anzueignen, einen ganz neuen Aufschwung nehmen und der Gesellschaft eine vollständig hinreichende Menge von Produkten zur Verfügung stellen.

Auf diese Weise wird die Gesellschaft Produkte genug hervorbringen, um die Verteilung so einrichten zu können, dass die Bedürfnisse aller Mitglieder befriedigt werden. Die Trennung der Gesellschaft in verschiedene, einander entgegengesetzte Klassen wird hiermit überflüssig. Sie wird aber nicht nur überflüssig, sie ist sogar unverträglich mit der neuen Gesellschaftsordnung. Die Existenz der Klassen ist hervorgegangen aus der Teilung der Arbeit, und die Teilung der Arbeit in ihrer bisherigen Weise fällt gänzlich weg. Denn um die industrielle und Ackerbauproduktion auf die geschilderte Höhe zu bringen, genügen die mechanischen und chemischen Hilfsmittel nicht allein; die Fähigkeiten der diese Hilfsmittel in Bewegung setzenden Menschen müssen ebenfalls in entsprechendem Masse entwickelt sein. Ebenso wie die Bauern und Manufakturarbeiter des vorigen Jahrhunderts ihre ganze Lebensweise veränderten und selbst ganz andere Menschen wurden, als sie in die grosse Industrie hineingerissen wurden, ebenso wird der gemeinsame Betrieb der Produktion durch die ganze Gesellschaft und die daraus folgende neue Entwicklung der Produktion ganz andere Menschen bedürfen und auch erzeugen. Der gemeinsame Betrieb der Produktion kann nicht durch Menschen geschehen wie die heutigen, deren jeder einem einzigen Produktionszweig untergeordnet, an ihn gekettet, von ihm ausgebeutet ist, deren jeder nur eine seiner Anlagen auf Kosten aller anderen entwickelt hat, nur einen Zweig oder nur den Zweig eines Zweiges der Gesamtproduktion kennt.

Schon die jetzige Industrie kann solche Menschen immer weniger gebrauchen. Die gemeinsam und planmässig von der ganzen Gesellschaft betriebene Industrie setzt vollends Menschen voraus, deren Anlagen nach allen Seiten hin entwickelt sind, die imstande sind, das gesamte System der Produktion zu überschauen. Die durch die Maschinen schon jetzt untergrabene Teilung der Arbeit, die den einen zum Bauern, den anderen zum Schuster, den dritten zum Fabrikarbeiter, den vierten zum Börsenspekulanten macht, wird also gänzlich verschwinden. Die Erziehung wird die jungen Leute das ganze System der Produktion rasch durchmachen lassen können, sie wird sie in Stand setzen, der Reihe nach von einem zum andern Produktionszweig überzugehen, je nachdem die Bedürfnisse der Gesellschaft oder ihre eigenen Neigungen sie dazu veranlassen. Sie wird ihnen also den einseitigen Charakter nehmen, den die jetzige Teilung der Arbeit jedem einzelnen aufdrückt. Auf diese Weise wird die kommunistisch organisierte Gesellschaft ihren Mitgliedern Gelegenheit geben, ihre allseitig entwickelten Anlagen allseitig zu betätigen. Damit aber verschwinden notwendig auch die verschiedenen Klassen. So dass die kommunistisch organisierte Gesellschaft einerseits mit dem Bestand der Klassen unverträglich ist und andrerseits die Herstellung dieser Gesellschaft selbst die Mittel bietet, diese Klassenunterschiede aufzuheben.

Es geht hieraus hervor, dass der Gegensatz zwischen Stadt und Land ebenfalls verschwinden wird. Der Betrieb des Ackerbaues und der Industrie durch dieselben Menschen, statt durch zwei verschiedene Klassen, ist schon aus ganz materiellen Ursachen eine notwendige Bedingung der kommunistischen Assoziation. Die Zersplitterung der ackerbauenden Bevölkerung auf dem Lande, neben der Zusammendrängung der industriellen in den grossen Städten, ist ein Zustand, der nur einer noch unentwickelten Stufe des Ackerbaues und der Industrie entspricht, ein Hindernis aller weiteren Entwicklung, das schon jetzt sehr fühlbar wird.

Die allgemeine Assoziation aller Gesellschaftsmitglieder zur gemeinsamen und planmässigen Ausbeutung der Produktionskräfte, die Ausdehnung der Produktion in einem Grade, dass sie die Bedürfnisse aller befriedigen wird, das Aufhören des Zustandes, in dem die Bedürfnisse der einen auf Kosten der andern befriedigt werden, die gänzliche Vernichtung der Klassen und ihrer Gegensätze, die allseitige Entwickelung der Fähigkeiten aller Gesellschaftsmitglieder durch die Beseitigung der bisherigen Teilung der Arbeit, durch die industrielle Erziehung, durch den Wechsel der Tätigkeit, durch die Teilnahme aller an den durch alle erzeugten Genüssen, durch die Verschmelzung von Stadt und Land - das sind die Hauptresultate der Abschaffung des Privateigentums.

21. Frage: Welchen Einfluss wird die kommunistische Gesellschaftsordnung auf die Familie ausüben?
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Antwort: Sie wird das Verhältnis der beiden Geschlechter zu einem reinen Privatverhältnis machen, welches nur die beteiligten Personen angeht und worin sich die Gesellschaft nicht zu mischen hat. Sie kann dies, da sie das Privateigentum beseitigt und die Kinder gemeinschaftlich erzieht und dadurch die beiden Grundlagen der bisherigen Ehe, die Abhängigkeit des Weibes vom Mann und der Kinder von den Eltern vermittelst des Privateigentums, vernichtet. Hierin liegt auch die Antwort auf das Geschrei hochmoralischer Spiessbürger gegen kommunistische Weibergemeinschaft. Die Weibergemeinschaft ist ein Verhältnis, was ganz der bürgerlichen Gesellschaft angehört und heutzutage in der Prostitution vollständig besteht. Die Prostitution beruht aber auf dem Privateigentum und fällt mit ihm. Die kommunistische Organisation also, statt die Weibergemeinschaft einzuführen, hebt sie vielmehr auf.

22. Frage: Wie wird die kommunistische Organisation sich zu den bestehenden Nationalitäten verhalten?
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- bleibt (8)

23. Frage: Wie wird sie sich zu den bestehenden Religionen verhalten?
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- bleibt (9)

24. Frage: Wie unterscheiden sich die Kommunisten von den Sozialisten?
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Antwort: Die sogenannten Sozialisten teilen sich in drei Klassen. Die erste Klasse besteht aus Anhängern der feudalen und patriarchalischen Gesellschaft, welche durch die grosse Industrie, den Welthandel und die durch beide geschaffene Bourgeoisgesellschaft vernichtet worden ist und noch täglich vernichtet wird. Diese Klasse zieht aus den Übeln der jetzigen Gesellschaft den Schluss, dass die feudale und patriarchalische Gesellschaft wiederhergestellt werden müsse, weil sie von diesen Übeln frei war. Alle ihre Vorschläge gehen auf graden oder krummen Wegen diesem Ziele zu. Diese Klasse reaktionärer Sozialisten wird trotz ihrer angeblichen Teilnahme und heissen Tränen für das Elend des Proletariats dennoch stets von den Kommunisten energisch angegriffen werden, denn
1. erstrebt sie etwas rein unmögliches;
2. sucht sie die Herrschaft der Aristokratie, der Zunftmeister und Manufakturisten mit ihrem Gefolge von absoluten oder feudalen Königen, Beamten, Soldaten und Pfaffen herzustellen, eine Gesellschaft, die zwar von den Übelständen der jetzigen Gesellschaft frei war, dafür aber wenigstens ebensoviel andere Übel mit sich führte und nicht einmal die Aussicht auf die Befreiung der unterdrückten Arbeiter durch eine kommunistische Organisation darbot;
3. kehrt sie ihre wirklichen Absichten jedesmal heraus, wenn das Proletariat revolutionär und kommunistisch wird, wo sie sich dann sogleich mit der Bourgeoisie gegen die Proletarier verbündet.

Die zweite Klasse besteht aus Anhängern der jetzigen Gesellschaft, welchen die aus dieser notwendig hervorgehenden Übel Befürchtungen für den Bestand dieser Gesellschaft erweckt haben. Sie streben also danach, die jetzige Gesellschaft beizubehalten, aber die mit ihr verbundenen Übel zu beseitigen. Zu diesem Zweck schlagen die einen blosse Wohltätigkeitsmassregeln vor, die anderen grossartige Reformsysteme, welche unter dem Vorwand, die Gesellschaft zu reorganisieren, die Grundlagen der jetzigen Gesellschaft und damit die jetzige Gesellschaft beibehalten wollen. Diese Bourgeoissozialisten werden ebenfalls von den Kommunisten fortwährend bekämpft werden müssen, denn sie arbeiten für die Feinde der Kommunisten und verteidigen die Gesellschaft, welche die Kommunisten gerade stürzen wollen.

Die dritte Klasse endlich besteht aus demokratischen Sozialisten, welche auf demselben Wege wie die Kommunisten einen Teil der in Frage 18 angegebenen Massregeln wollen, aber nicht als Übergangsmittel zum Kommunismus, sondern als Massregeln, welche hinreichend sind, um das Elend aufzuheben und die Übel der jetzigen Gesellschaft verschwinden zu machen. Diese demokratischen Sozialisten sind entweder Proletarier, die über die Bedingungen der Befreiung ihrer Klasse noch nicht hinreichend aufgeklärt sind, oder sie sind Repräsentanten der Kleinbürger, einer Klasse, welche bis zur Erringung der Demokratie und der aus ihr hervorgehenden sozialistischen Massregeln in vieler Beziehung dasselbe Interesse haben wie die Proletarier. Die Kommunisten werden deshalb in den Momenten der Handlung sich mit diesen demokratischen Sozialisten zu verständigen und überhaupt mit ihnen für den Augenblick möglichst gemeinsame Politik zu befolgen haben, sofern diese Sozialisten nicht in den Dienst der herrschenden Bourgeoisie treten und die Kommunisten angreifen. Dass diese gemeinsame Handlungsweise die Diskussion der Differenzen mit ihnen nicht ausschliesst, ist klar.

25. Frage: Wie verhalten sich die Kommunisten zu den übrigen politischen Parteien unsrer Zeit?
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Antwort: Dies Verhältnis ist verschieden in den verschiedenen Ländern. - In England, Frankreich und Belgien, wo die Bourgeoisie herrscht, haben die Kommunisten vorderhand noch ein gemeinsames Interesse mit den verschiedenen demokratischen Parteien, und zwar ein um so grösseres, je mehr die Demokraten sich in den jetzt überall von ihnen vertretenen sozialistischen Massregeln dem Ziele der Kommunisten nähern, d.h., je deutlicher und bestimmter sie die Interessen des Proletariats vertreten und je mehr sie sich auf das Proletariat stützen. In England z.B. stehen die aus Arbeitern bestehenden Chartisten den Kommunisten unendlich näher als die demokratischen Kleinbürger oder sogenannten Radikalen.

In Amerika, wo die demokratische Verfassung eingeführt ist, werden die Kommunisten sich mit der Partei halten müssen, welche diese Verfassung gegen die Bourgeoisie wenden und im Interesse des Proletariats benutzen will, d.h. mit den agrarischen Nationalreformers.

In der Schweiz sind die Radikalen, obwohl selbst eine noch sehr gemischte Partei, dennoch die einzigen, mit welchen die Kommunisten sich einlassen können, und unter diesen Radikalen sind wieder die waadtländischen und Genfer die am weitesten fortgeschrittenen.

In Deutschland endlich steht der entscheidende Kampf zwischen der Bourgeoisie und der absoluten Monarchie erst bevor. Da aber die Kommunisten nicht eher auf den entscheidenden Kampf zwischen ihnen selbst und der Bourgeoisie rechnen können, als bis die Bourgeoisie herrscht, so ist es das Interesse der Kommunisten, die Bourgeois sobald als möglich an die Herrschaft bringen zu helfen, um sie sobald wie möglich wieder zu stürzen. Die Kommunisten müssen also, gegenüber den Regierungen, stets für die liberalen Bourgeois Partei ergreifen und sich nur davor hüten, die Selbsttäuschungen der Bourgeois zu teilen oder ihren verführerischen Versicherungen von den heilsamen Folgen des Siegs der Bourgeoisie für das Proletariat Glauben zu schenken. Die einzigen Vorteile, welche der Sieg der Bourgeoisie den Kommunisten bringen wird, werden bestehen: 1. in verschiedenen Konzessionen, welche den Kommunisten die Verteidigung, Diskussion und Verbreitung ihrer Grundsätze und damit die Vereinigung des Proletariats zu einer eng verbündeten, kampfbereiten und organisierten Klasse erleichtern; und 2. in der Gewissheit, dass von dem Tage, wo die absoluten Regierungen fallen, der Kampf zwischen Bourgeois und Proletariern an die Reihe kommt. Von diesem Tage an wird die Parteipolitik der Kommunisten dieselbe sein wie in den Ländern, wo die Bourgeoisie jetzt schon herrscht.

Geschrieben Ende Oktober bis November 1847. Nach der Handschrift.

Notes:
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  1. Engels' Arbeit »Grundsätze des Kommunismus« stellt einen Programmentwurf für den Bund der Kommunisten dar. Über die Ausarbeitung eines Programms in Form eines Katechismus wurde bereits vor dem ersten Bundeskongress diskutiert, auf dem sich der Bund der Gerechten neu organisierte und sich den Namen Bund der Kommunisten gab (Juni 1847). Im September 1847 sandte die Londoner Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten (Schapper, Bauer und Moll) den Entwurf eines »Kommunistischen Glaubensbekenntnisses« an die Kreise und Gemeinden des Bundes. Dieses Dokument, das die Einflüsse des utopischen Sozialismus verriet, konnte Marx und Engels nicht zufriedenstellen, ebenso nicht der »gottvoll verbesserte« Entwurf, der in Paris von dem »wahren« Sozialisten Moses Hess angefertigt worden war. Auf der Sitzung der Pariser Kreisbehörde des Bundes der Kommunisten am 22. Oktober kritisierte Engels den Entwurf sehr eingehend und scharf und erhielt den Auftrag, einen neuen zu verfassen. Dieser bald darauf verfasste Entwurf waren die »Grundsätze des Kommunismus«.
    Engels, der die »Grundsätze des Kommunismus« nur als vorläufige Programmskizze ansah, drückte in seinem Brief vom 23./24. November 1847 an Marx den Gedanken aus, dass es am besten sei, die veraltete Katechismusform aufzugeben und ein Programm in Form eines »Kommunistischen Manifests« zu verfassen. Der zweite Kongress des Bundes der Kommunisten (29. November bis 8. Dezember 1847), auf dem Marx und Engels die wissenschaftlichen Grundsätze des Programms der proletarischen Partei vertraten, beauftragte beide, das Manifest auszuarbeiten. Bei der Abfassung des »Manifests der Kommunistischen Partei« benutzten die Begründer des Marxismus einige der Thesen, die in den »Grundsätzen des Kommunismus« entwickelt worden waren.
    [back]
  2. In ihren ersten Schriften sprechen Marx und Engels noch vom Verkauf der Arbeit. Später hat Marx nachgewiesen, dass der Arbeiter nicht seine Arbeit, sondern seine Arbeitskraft verkauft. Siehe hierzu die Erläuterungen in Engels' Einleitung zur Neuausgabe der Marxschen Schrift »Lohnarbeit und Kapital«, Berlin 1891 (MEW, Band 6, Seite 593-599). [back]
  3. Vgl. Engels' Anmerkung über die der Klassengesellschaft voraufgegangene Periode der klassenlosen Urgesellschaft im »Manifest der Kommunistischen Partei« (Siehe: MEW, Band 4, Seite 462). [back]
  4. Für die fehlende Antwort ist im Manuskript von Engels eine halbe Seite freigelassen. [back]
  5. Im Jahre 1892 schrieb Engels im Vorwort zur 2. Auflage der »Lage der arbeitenden Klasse in England« über die Kreislaufperioden der industriellen Krisen am Anfang des 19. Jahrhunderts:
    »
    Im Text wird die Kreislaufperiode der grossen industriellen Krisen auf fünf Jahre angegeben. Dies war die Zeitbestimmung, die sich aus dem Gang der Ereignisse von 1825 bis 1842 scheinbar ergab. Die Geschichte der Industrie von 1842 bis 1868 hat aber bewiesen, dass die wirkliche Periode eine zehnjährige ist, dass die Zwischenkrisen sekundärer Natur waren und seit 1842 mehr und mehr verschwunden sind«. (Siehe MEW, Band 2, Seite 642.) [back]
  6. Papiergeld der ersten französischen Republik (lt. Duden) (11). [back]
  7. Die Schlussfolgerung, dass die proletarische Revolution nur gleichzeitig in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern möglich sei und es damit unmöglich wäre, diese Revolution in einem einzelnen Lande siegreich durchzuführen, fand ihre endgültige Formulierung in Engels' Schrift »Grundsätze des Kommunismus« (10). [back]
  8. Im Manuskript von Engels steht an der Stelle der Antwort bei der 22. und 23. Frage nur das Wort »bleibt«. Offensichtlich bedeutet dies, dass die Antwort so bleiben soll, wie sie in einem vorläufigen, jedoch bisher nicht aufgefundenen Programmentwurf des Bundes der Kommunisten formuliert ist. [back]
  9. siehe Anmerkung 8. [back]
  10. Diese Anmerkung führt die MEW-Redaktion weiter mit folgendem Text:
    »
    sie [Engels richtige These, dass eine Revolution in einem einzelnen Lande unmöglich sei] war richtig für die Periode des vormonopolistischen Kapitalismus.
    Unter den neuen historischen Bedingungen kam W.I. Lenin, ausgehend von dem von ihm entdeckten Gesetz der Ungleichmässigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung des Kapitalismus in der Epoche des Imperialismus, zu der neuen Schlussfolgerung, dass der Sieg der sozialistischen Revolution ursprünglich in einigen Ländern oder sogar in einem Lande möglich sei, und hob damit die Unmöglichkeit des gleichzeitigen Sieges der Revolution in allen oder den meisten Ländern hervor. Diese neue Schlussfolgerung wurde zum erstenmal von W.I. Lenin in seinem Artikel »Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa« formuliert (vgl. Lenin Werke, Band 21, Seite 342 ff.)
    «.
    Es offenbart sich in diesem Kommentar der konterrevolutionäre Geist des Stalinismus. Erstens »entdeckte« Lenin nicht das »Gesetz der Ungleichmässigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung des Kapitalismus in der Epoche des Imperialismus«, er konstatierte es nur auch für die imperialistische Phase der kapitalistischen Produktionsweise und zeigte die verstärkten Auswirkungen auf. Schon zu Marx' und Engels' Zeiten entwickelte sich der Kapitalismus alles andere als Gleichförmig, die Ungleichzeitigkeit der Entwicklung der einzelnen kapitalistischen Länder spiegelt sich somit grundlegend schon in allen Schriften von Marx/Engels.
    Engels' These bewahrheitet sich im Gegenteil voll im Entwicklungsprozess der russischen Revolution. Nur weil der Sieg der proletarischen Revolution im Westen, den entwickelten, industrialisierten Ländern zur mehr oder weniger gleichen Zeit ausblieb, scheiterte letztendlich der rote Oktober und wurde das Opfer der stalinistischen Konterrevolution.
    Für alle Marxisten - und alle richtigen Bolschewiki, einschliesslich Lenin - war von jeher klar, dass die Machteroberung des Proletariats in den verschiedenen Ländern nicht simultan verlaufen muss. Gleichzeitig war aber klar, dass der Sieg der Revolution davon abhängt, dass sich der revolutionäre Akt nicht auf ein einziges Land beschränkt - und sicherlich nicht auf ein rückständiges, nahezu desindustrialisiertes Land wie Russland im Jahre 1917. Die Frage, die sich allen Marxisten damals stellte war, wie lange sich die proletarische Macht in Russland halten können würde, ohne dass das Proletariat im Westen aufschloss und keiner der ernsthaften proletarischen Revolutionäre ging seinerzeit davon aus, dass der Sozialismus in einem einzigen Lande möglich sei. Diese These ist eine reine Erfindung Stalins, der damit die internationale Arbeiterbewegung den Zielen des in Russland im entstehen begriffenen Staatsindustrialismus unterordnete und damit die Konterrevolution einleitete. Siehe dazu beispielsweise auch unseren Text »Bilanz einer Revolution« oder »Warum Russland nicht sozialistisch ist«.
    Die Revolution kann zwar in einem einzigen Lande »siegen«, das heisst, die Macht erringen, aber sie kann sich nicht realisieren, das heisst, die gesellschaftlichen Verhältnisse im Sinne der kommunistischen Revolution umgestalten, ohne dass ein grosser Teil des Proletariats der anderen entwickelten Länder innert relativ kurzer Frist selbst Revolution macht (sinistra.net).
    [back]
  11. Der Assignat, was soviel wie »Anweisung« bedeutet, war eine Art Papiergeld während der bürgerlichen Revolution in Frankreich. Zur Deckung dienten 1789 beschlagnahmte Güter, 1790 wurde ein Zwangskurs festgelegt. 1796 wurden die Assignaten schliesslich ausser Kurs gesetzt, weil sie durch übermässige Ausgabe fast völlig entwertet worden waren (sinistra.net). [back]

Source: Marx-Engels Werke (MEW), Band 4, Seite 361-380; Dietz Verlag Berlin, 1974. Anmerkungen: ebenfalls MEW, Anmerkung 7 und 11 von sinistra.net redigiert.

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